[Rezension] Momo von Michael Ende

Coverrechte: Thienemann Esslinger ©Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch:  

AutorIn: Michael Ende
Titel: Momo
DesignerIn: Kerstin Schürmann Formlabor
Format: Hardcover
Genre: Kinderbuch
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre
Umfang: 304 Seiten
Verlag: Thienemann
Erscheinungstermin: 17. August 2018
Preis Buch: 15,00 €
Preis eBook: 11,99 €
ISBN-10: 9783522202558
ISBN-13: 978-3522202558
ASIN: B075X2MYQ8

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*Thienemann-Esslinger*

Inhalt

In den Ruinen eines Amphitheaters lebt die kleine Waise Momo, schwarze Haare, beinahe schwarze Augen und beinahe auch so schwarze Füße. Niemals verlangt sie etwas von anderen, aber sie hat etwas ganz besonderes, sie hört den Menschen zu und gibt ihnen dadurch etwas sehr sehr wertvolles, nämlich ihre Zeit. Als eines Tages die Männer mit den schwarzen Anzügen auftauchen und den Menschen einreden wollen, dass es nichts schlimmeres gibt als Zeitverschwendung, gibt es scheinbar nur noch Momo, die ihnen Einhalt gebieten kann, denn die Menschen merken nicht, dass sie mit ihrer eingesparten Zeit eigentlich nur verlorene Zeit haben.

Meine Meinung

Schon seit meiner Kindheit liebe ich die Bücher des Autors Michael Ende und auch Momo ist tief in meinem Herzen. Als ich diese wunderschöne Jubiläumsausgabe sah, war ich absolut hin und weg. Sowohl der Schutzumschlag, als auch das Cover und genauso auch die Illustrationen im Inneren des Buches sind einfach rundum gelungen und machen sich schonmal als optischer Blickfang in einfach jedem Regal mehr als gut.
Doch wenn man dann, wie ich, nach vielen Jahren noch einmal in Momos Geschichte versinkt, ist es erstaunlich, wie zeitgemäß diese Geschichte noch heute ist, um nicht sogar zu behaupten, dass sie heute noch mehr zutrifft als jemals zuvor. Das Buch erschien im Jahre 1973 und wenn ich dies auf unsere heutige Zeit übertrage, dann hat Michael Ende wohl damals schon gesehen, worauf es bei uns Menschen hinausläuft.
Michael Ende erzählt mit einem beinahe märchenhaften Ton von Momo und ihren Erlebnissen. Dabei werden vor allem die Figuren des Buches sehr lebendig und man kann sich die Ereignisse vorstellen. Meine Tochter, die bis dahin nur den Film, bzw. die Serie kannte, war verblüfft, wie gut Michael Ende das alles in Worte verpacken kann, was sie bisher nur aus Filmen kannte. Die Geschichte lässt sich leicht und gut verständlich lesen und ist nicht nur für die Zielgruppe ansprechend, sondern auch für Erwachsene, die sich noch einmal an ihre Kindheit erinnern möchten.
Wie ich schon sagte, passt Endes Momo perfekt in unsere Zeit, allein wenn ich schon höre, wie sehr die grauen Herren die Menschen dazu drängen, ihre Zeit nicht mehr zu verschwenden, komme ich mir beinahe vor, als würde ich das selbst erleben. Wie oft habe ich mich schon ertappt mit den Worten: ich habe gerade keine Zeit. Doch Zeit ist doch genau das, was wir den Menschen, die uns nahe stehen, am einfachsten schenken könnten. Ich glaube, wenn mir der Satz “ich habe keine Zeit” wieder einmal herausrutschen sollte, werde ich an Momo denken, die uns zeigt, wie wichtig es ist, einfach Zeit für andere zu haben. “Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.” (Zitat, Seite 61, Momo von Michael Ende).
Die Figuren der Geschichte, natürlich ganz besonders Momo, sind zauberhaft. Ich sehe dieses kleine Mädchen direkt vor mir und wie sie es schafft, immer das Gute in jedem zu sehen. Sie hat ein ganz feines Gespür für die Menschen um sie herum und sie wirkt beinahe magisch. Aber auch die Nebenfiguren sind einzigartig gezeichnet, seien es Gigi, Beppo oder Meister Hora und sogar die grauen Herren, jeder einzelne spielt eine wichtige Rolle. Interessant fand ich, dass meine Tochter die grauen Herren einfach nur unheimlich empfindet, was mir gar nicht so bewusst wurde. Das zeigt nur wieder, wieviel empathischer Kinder sind und wir uns doch ein Stück von ihnen abschneiden sollten.

Mein Fazit

Die Neuauflage von Momo ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern beinhaltet eine Geschicht, die gerade auch wir gehetzten Erwachsenen noch einmal lesen sollten. Es ist zauberhaft, märchenhaft und passt heute inhaltlich besser denn je. Wer Momo noch nicht kennt, sollte dieses Buch einfach zur Hand nehmen und sich verzaubern lassen. Danke an Michael Ende für all seine großartigen Werke, durch die er für immer unvergessen bleibt.

5 Gedanken zu „[Rezension] Momo von Michael Ende

  1. Aleshanee Antworten

    Hi!

    Ich hab das Buch vor einiger Zeit auch nochmal gelesen und es ist soooo toll *.* Gerade die Aussage, was Michael Ende mit seiner Geschichte macht, ist in der heutigen Zeit so wichtig und zeigt, wie sehr wir hinter Dingen nachjagen, die eigentlich überhaupt gar nicht wichtig sind. Und wir uns auf das besinnen sollen, was uns am Herzen liegt.
    Wunderschön <3

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Silly Autor des BeitragsAntworten

      Huhu Aleshanee,

      ja, ich liebe diese Geschichte auch und ich war sehr überrascht, wie gut ich mich noch an die ein oder andere Szene erinnern konnte.

      Mir kam es fast schon vor, als hätte Ende mit seiner Geschichte in die Zukunft geblickt. Als Kind habe ich mir geschworen, nie so zu werden, heute ertappe ich mich oft bei dem Satz: ich habe gerade keine Zeit.

      Ich kann dir absolut zustimmen, das Buch ist und bleibt für immer ein Highlight.

      Liebe Grüße
      Silke

      • Aleshanee Antworten

        Ich denke, das war “damals” teilweise schon so, oder der Trend geht einfach schon lange in die Richtung, dass die Menschen immer nach Dingen streben oder Besitz, und vergessen, dass die Menschen um sie herum das wichtigste sind, was sie haben ;) Mir hat es beim nochmal lesen auch wieder tolle Impulse gegeben. Eigentlich sollte das wirklich jeder mal gelesen haben <3

        • Silly Autor des BeitragsAntworten

          Ja, ich glaube auch, dass der Trend damals schon in diese Richtung ging, aber heute ist alles so extrem schnellebig geworden, so extrem kam es mir früher einfach nie vor. Das Streben nach Erfolg und Geld etc war wohl schon zu allen Zeiten so.

          Die Idee, dass jeder dieses Buch lesen sollte, hatte ich auch schon. ^^ Wird dann ins Grundgesetz eingegliedert. ;)

          Liebe Grüße
          Silke

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