[Rezension] Die Tote im roten Kleid von Ann Cleeves

Bereits der siebte Band rund um den Ermittler Jimmy Perez.

Coverrechte: Rowohlt Verlag © Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch:

AutorIn: Ann Cleeves
Titel: Die Tote im roten Kleid
Originaltitel: Cold Earth
ÜbersetzerIn: Stefanie Kremer
Format: Taschenbuch
Genre: Krimi
Umfang: 448 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag
Erscheinungstermin: 24. Januar 2018
Preis Buch: 10,99 €
Preis ebook: 9,99 €
ISBN-10: 3499273780
ISBN-13: 978-3499273780
ASIN: B07195JGF8

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Inhalt

Es regnet auf den Shetlands und das schon seit Tagen und ausgerechnet auf der Beerdigung eines Dorfbewohners kommt es zu einem gewaltigen Erdrutsch, der große Teile des Friedhofes, aber auch einige weitere Teile Ravenswicks mit sich reißt. Eine kleine Hütte wird dabei völlig zerstört, doch die Bewohnerin ist schon vor einer Weile verstorben, doch dann entdeckt man bei Aufräumarbeiten eine Tote in genau dieser Hütte. Eine Frau, die niemand zu kennen scheint, in einem roten Kleid zurecht gemacht, als hätte sie eine Verabredung gehabt. Jimmy Perez beginnt zu ermitteln und dabei bittet er seine Kollegin Willow Reeves um Hilfe. Wer war die Frau? Was tat sie in der Hütte? Hatte sie eine Verabredung und wenn ja, mit wem?

Meine Meinung

Mit Die Tote im roten Kleid erschien bereits der siebte Band rund um den Ermittler Jimmy Perez aus der Feder der Krimiautorin Ann Cleves. Man muss die Vorgänger zu diesem Buch nicht unbedingt gelesen haben, denn der Fall ist in sich abgeschlossen und man kann dem gesamten Geschehen problemlos folgen. Doch wie immer in Krimireihen gilt, dass die privaten Erlebnisse und Erfahrungen der Ermittler weitergeführt werden. Wen das nicht stört, findet sich hier also mit Sicherheit zurecht.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, denn Ann Cleeves hat einen sehr guten, verständlichen Schreibstil, der auf mich aber auch ein wenig emotionslos wirkte. Sie bleibt auf einer klaren Linie und hält fast konstant ein Tempo beim Erzählen. Genau dies hat mich aber bei diesem Krimi ein wenig gestört, denn es bleibt lange Zeit sehr ruhig und ohne große Entwicklungen, selbst das Mitfiebern oder Miträtseln blieb mir hier ein wenig fern. Sicherlich muss ein Krimi nicht vor Blut triefen, um Spannung zu erzeugen, doch hier geschah nur recht wenig. Auf der einen Seite spiegelt die Autorin hier recht gut die eigentlichen Ermittlungsarbeiten, wie ich sie mir auch in der Realität vorstellen könnte, aber diese konnten mich erst ab ca. der Hälfte des Buches für sich einnehmen. Hier wurde ein wenig zu lange gebraucht, bis man herausfand, wer die Tote wirklich ist und man dreht sich regelrecht gemeinsam mit den Ermittlern im Kreis. Doch dann beginnen Verwicklungen, Verstrickungen und Geheimnisse und damit begann es dann auch wirklich interessant zu werden und ich wollte wissen, was es mit der Frau auf sich hat.
Ann Cleeves erzählt ihr Buch aus verschiedenen Perspektiven durch einen Erzähler in der dritten Person, aber man bleibt als Leser hier der Beobachter und erfährt recht wenig von den Gefühlen und Gedanken der Handelnden. Was ich gerade auf die persönliche Entwicklung zwischen Jimmy und Willow bedauert habe. Wir beobachten also das Geschehen aus den Perspektiven der Ermittler Jimmy, Willow und Sandy, aber auch durch die Nachbarin Jane, die mit ihrer Familie in unmittelbarer Näher zu den Tatorten lebt und somit ein wenig mit ins Zentrum des Geschehens rückt.
Der Fall an für sich wirkte gut konstruiert und durchdacht und auch wenn die Ermittlungen recht lange auf der Stelle traten, war es hier doch grundsolide. Die Atmosphäre der Shetlands ist gut dargestellt und greifbar und wurde in der Vorstellung lebendig.
Die Charaktere sind ja bereits seit einer Weile bekannt und ich hatte durchaus ein wenig auf eine weitere Entwicklung gewartet, wie ich auch zuvor schon angedeutet habe. Jimmy ist sich selbst aber nicht sicher, gerade auch in Bezug auf Cassie. Das macht ihn sehr authentisch und sympathisch und auch die weiteren Ermittler mochte ich durchaus.
Die Nebencharaktere bekommen nur teilweise Tiefgang, aber bleiben durchdacht und an ihren angedachten Stellen im Geschehen.

Mein Fazit

Unblutig und auch wenig spektakulär, dafür gut und mit klarer Linie erzählt Ann Cleeves von den Ermittlungen auf den Shetland Inseln. Die bereits bekannten Ermittler sind mir sympathisch, die Inselbewohner glaubwürdig dargestellt. Lediglich der Beginn konnte mich nicht einnehmen und fesseln und es dauerte etwas, bis ich mit dem Fall warm wurde. Trotzdem ein solider Krimi, der für Fans der Autorin auch wieder ein Muss ist.

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