Gewöhnungsbedürftig – Das Haus am Ende der Welt von Paul Tremblay

Paul Tremblay Das Haus am Ende der Welt
Coverrechte: Heyne Verlag/Designer ©Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch: 

AutorIn: Paul Tremblay
Titel: Das Haus am Ende der Welt
ÜbersetzerIn: Julian Haefs
Format: Paperback
Genre: Roman (Horror/Mystery)
Umfang: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 10. Juni 2019
Preis Buch: 12,99 €
Preis eBook: 9,99 €
ISBN-13: 978-3453319998

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*Heyne Verlag*

Inhalt

Ferien, da heißt es auch für die kleine Familie Andrew, Eric und ihre fast achtjährige Adoptivtochter Wen, endlich ausspannen und Urlaub machen. Doch schon als die kleine Wen beim Spielen von einem Fremden angesprochen wird, wird das Geschehen unheimlich. Der Mann scheint sehr nett und zuvorkommend zu sein und beschäftigt sich mit dem kleinen Mädchen. Doch dann kommen noch drei weitere Fremde hinzu und diese tragen Waffen und möchten Wens Väter sprechen. Sie schwören, nichts böses im Sinn zu haben, doch kann man ihnen das wirklich glauben?

Meine Meinung

Das Cover ist gruselig, der Klappentext macht unheimlich neugierig und selbst der Titel zog mich hier magisch an. Dieses Buch landete sofort auf meiner Wunschliste, als ich es entdeckt hatte.
Doch schon beim Einstieg fiel es mir recht schwer, am Ball zu bleiben, denn durch die vom Autor gewählten Perspektive des knapp achtjährigen Mädchens klingt alles nach Friede, Freude; Eierkuchen. Auf der einen Seite fand ich diesen Kniff des Autors unheimlich gelungen, denn es wiegelt den Leser durchaus in Sicherheit, doch leider bleibt dieser Stil dem Buch auch während der folgenden Seiten und das brachte mich immer wieder raus aus der Geschichte.
Wie eben erwähnt beginnt das Buch harmlos, doch schon schnell merkt man, dass es da ganz schön crazy wird. Das alles in diesem Stil gehalten, weckt schon unterschwelliges Grauen und doch war es einfach in der Art nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Es hat hier auf jeden Fall eine ganze Zeit gedauert, bis ich wirklich warm wurde mit dem Inhalt. Dabei gefiel mir diese Mischung aus Thrill und Endzeit durchaus. Wie ihr hier also merkt, bin ich ganz schön hin- und hergerissen. Wer allerdings gerne ganz viel Raum für eigene Interpretationen hat und sich mit dem Schreibstil anfreunden kann, erhält ein Buch abseits vom Mainstream. Definitiv ist “Das Haus am Ende der Welt” einfach mal etwas anderes, auf das man sich allerdings einlassen muss.
Was ich hier noch positiv betonen möchte, ist, dass der Autor eine, selbst für heutige Zeiten, besondere Familie wählt. Zwei Väter und ein adoptiertes Mädchen fand ich hier absolut überzeugend, denn er stellt es als genau das hin, was es ist: völlig normal!
Die Handlung selber spielt nur in der Hütte, was das Geschehen hier durchaus einschränkt. Doch dadurch wird auch ein wenig dieses Grauen der Familie hervorgeholt und nachvollziehbar.
Die Charaktere der Geschichte sind glaubhaft gezeichnet und dadurch, dass der Autor seinen Charakteren in gewissem Rahmen eigenen Raum zuteilt, bekommen sie den nötigen Tiefgang.

Mein Fazit

Wäre diese Geschichte nicht so furchtbar langatmig geschrieben, der Schreibstil nicht in diesem eher kindlichem Ton, hätte mir dieses Buch wohl wesentlich besser gefallen. Der subtile Horror war hier durchaus gegeben und die Charaktere fand ich im nötigen Maße gut gezeichnet, so dass ich hier durchaus mitfühlen konnte. Doch so richtig warm wurde ich einfach nicht, da ich durch den anstrengend Stil immer wieder mit den Gedanken abschweifte. Wer Bücher abseits vom Mainstream mag, sollte hier einfach mal reinschnuppern, denn der Stil ist gewöhnungsbedürftig.

Ein Gedanke zu „Gewöhnungsbedürftig – Das Haus am Ende der Welt von Paul Tremblay

  1. Nicole Antworten

    Hallo Silke,

    das ist schade, dass es dich nicht so richtig packen konnte. Für mich war es sogar ein Highlight, ich hätte mich ins Buch legen können und habe mich während des Lesens gewunden, weil ich es so spannend fand. Aber ich weiß, es ist schon speziell, das muss man mögen, und ich kann deine Kritik durchaus nachvollziehen.

    Gerade die offenen Fäden, das gibt halt zu knabbern. Mich hat das Ende wahnsinnig beschäftigt, es hatte einen extremen Nachhall bei mir. Ständig habe ich diese eine Szene im Regen vor mir gesehen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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