Verwirrend – Hinterhaus von Lioba Werrelmann

Coverrechte: Bastei Lübbe/Designer ©Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch: 

AutorIn: Lioba Werrelmann
Titel: Hinterhaus
Format: Taschenbuch
Genre: Kriminalroman
Umfang: 320 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungstermin: 31. Mai 2019
Preis Buch: 10,00 €
Preis eBook: 8,99 €
ISBN-13: 978-3404178278

Mehr Infos zum Buch (Werbung):

*Bastei Lübbe*

Inhalt

Als die Journalistin Carolin vom Joga nach Hause kommt, ist sie völlig geschockt. Ihre komplette Wohnung ist leer geräumt und im Flur stehen sieben Umzugskartons, darin befinden sich all ihre Besitztümer. Von ihrem Freund Jens, mit dem sie seit vielen Jahren zusammenlebt, fehlt jede Spur. Ohne wirklich zu wissen, wo sie hingehen soll, streift sie durchs Haus und trifft dort ihre Nachbarin Mandy, bei der sie Unterschlupf findet. Doch damit soll der Alptraum, in dem sie sich bereits glaubte, erst recht. Im Toilettenkabuff stösst sie auf die seit zwanzig Jahren eingemauert Leiche eines Jungen, Mandys Bruder. Doch was steckt dahinter? Im Hinterhaus tummeln sich so einige kuriose Gestalten und einer von ihnen könnte der Mörder gewesen sein.

Meine Meinung

Das düstere Cover und der spannend klingende Klappentext machten mich unheimlich neugierig auf diesen Krimi. Doch so richtig warm wurde ich damit leider nicht.
Zwar kam ich recht leicht in die Geschichte, doch der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind einfach, kurz und ohne jeglichen Schnörkel, was ich für sich mag. Doch hier fiel es mir ausgesprochen schwer, den Lesefluss aufrecht zu halten, was zwar nicht unbedingt an dem Stil selber lag, aber durch diesen nicht gerade gefördert wurde.
Ja, im Groben könnte man sagen, dass es eine Art Krimi ist, zumindest gibt es eine vor langer Zeit verschwundene Leiche und später noch eine “frische”, aber von richtigen Ermittlungen keine Spur. Insgesamt fand ich alles sehr verwirrend und der rote Faden verlor sich immer wieder. Dadurch, dass ich lange Zeit die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen musste und diese auch extrem anstrengend und verwirrend fand, kam ich nur schleppend durch den Krimi. Für mich gab es hier einfach zu viele Sprünge zwischen den einzelnen Personen und deren Vergangenheit und deren Gegenwart. Alles in allem wurde hier so viel mit reingepackt, dass die einzelnen Themen an für sich zu kurz kamen. Da gibt es z. B. das Thema des Wochenheims, in dem sich Mandy als Kind befand und das sie auch in ihrer heutigen Situation verfolgt. Doch da hätte einfach viel mehr draus gemacht werden können. Auch Carolins beste Freundin Henry hat so einiges aus der Vergangenheit zu bewältigen und auch das blieb mir zu fern. Dann ist da noch die Leiche des damals beim Verschwinden fünfzehnjährigen Hans, Mandys Bruder, die plötzlich auftaucht, doch auch da fehlte mir irgendwie der richtige Zusammenhang. Dazu kommen noch ein paar weitere Handlungsstränge, die ebenfalls immer nur kurz eine Rolle spielten und das alles irgendwie durcheinander. Letzten Endes war es eher eine Studie der kuriosen Gestalten des Berliner Hinterhauses, doch auch das blieb mir noch zu fern.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Carolin fand ich recht anstrengend und reichlich unbeholfen. Bisher hat sie ihr Leben fremdbestimmt geführt, zuerst war es ihr Vater, dann ihr Lebensgefährte, der sie so durchs Leben brachte. Kein Wunder, dass sie es kaum schafft, für sich selbst zu sorgen. Anstelle von einer selbstsicheren und toughen Reporterin bekam ich eine sehr unsichere und unbeholfene Frau, die mit sich selbst nichts anfangen kann.
Aber auch die weiteren Personen des Hinterhauses brachten mich zum Stirnrunzeln. Irgendwie kamen sie mir alle wie Menschen eines eigenen Schlags vor, Freaks, irgendwie. Ich habe mit einem gewissen Abstand zugesehen und versucht, irgendwie Zugang zu den Menschen zu bekommen, aber auch das gelang mir leider nicht.

Mein Fazit

Ein Buch, das mich sehr verwirrt und durcheinander zurückgelassen hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Geschichte wirklich richtig zusammengesetzt und verstanden habe. Der Schreibstil war zwar einfach mal anders, aber durch die teilweise sehr fäkalienlastige Sprache auch nicht unbedingt angenehm. Durch viele lose Fäden, die sich zwar nach und nach zu einzelnen Stücken zusammensetzen ließen, wurde ich öfter dazu gezwungen, noch einmal nachzulesen, worum es wirklich ging. Vieles wurde nur kurz umrissen und nichts ging in die Tiefe, so dass es insgesamt nur mäßig spannend wurde. Schade, das ganze klang so vielversprechend und letzten Endes ist es wohl eine reine Geschmackssache, doch für mich war dieses Buch leider nichts.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.