[Rezension] Mädchen aus dem Moor von S. K. Tremayne

Coverrechte: Droemer Knaur ©Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch:

AutorIn: S. K. Tremayne
Titel: Mädchen aus dem Moor
Originaltitel: When she’s alone
ÜbersetzerIn: Susanne Wallbaum
Format: Paperback
Genre: Psychothriller
Umfang: 400 Seiten
Verlag: Knaur TB
Erscheinungstermin: 03. September 2018
Preis Buch: 14,99 €
Preis ebook: 12,99 €
ISBN-10: 3426522489
ISBN-13: 978-3426522486
ASIN: B07BWB71K2

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*Droemer Knaur*

Inhalt

Kath Redway ist es gelungen, einen schweren Autounfall, bei dem ihr Wagen in den eiskalten See stürzte, zu überleben. Doch seit dem Unfall leidet sie an einer Amnesie, jegliche Erinnerung an die Woche vor dem Unfall ist verschwunden. Seitdem sie wieder zurück in ihr Haus im Dartmoor zurückgekehrt ist, verhalten sich ihr Mann Adam und ihre kleine Tochter Lyla seltsam. Wobei Lyla sich auch sonst seltsam verhält und man bei ihr eine Art Autismus vermutet. Dann lädt Adam ihre Schwägerin Tessa, die Psychologin ein, er bitte diese, Kath die Wahrheit zu sagen. Tessa erzählt Kath behutsam, was wirklich an dem Abend des Unfalls passiert ist und das es so aussieht, als hätte sich Kath das Leben nehmen wollen. Kath schwört, dass sie ihre kleine Tochter, die doch von ihr abhängig ist, niemals allein gelassen hätte. Sie versucht selbst herauszufinden, was in jener Nacht geschah, doch plötzlich passieren immer wieder unerklärliche Ereignisse.

Meine Meinung

Dieses düstere Cover macht mir schon die erste Gänsehaut und da ich bereits Eiskalte Schwestern von S.K. Tremayne verschlungen habe, war ich extrem neugierig auf seinen neuen Psychothriller.
Der Schreibstil des Autors ist direkt und schnörkellos und doch schafft er es sehr gut, eine drückende und düstere Atmosphäre zu erzeugen. Auch wenn gerade nicht viel passiert, hat man den Eindruck, man wird regelrecht aus dem Dunklen beobachtet. Insgesamt lässt sich der Thriller leicht lesen und die knapp 400 Seiten sind rasch verflogen.
Wie schon erwähnt, herrscht hier insgesamt eine düstere Atmosphäre. Immer wieder beschreibt S. K. Tremayne das Dartmoor und dessen besondere Orte, wie z. B. das Grab der Kitty Jay, einer Selbstmörderin die am Ende des 18. Jahrhunderts an einer Wegkreuzung beerdigt wurde. Ich habe einige der Orte selbst im Internet nachgeschlagen, so dass ich hier beim Lesen doch die ein oder andere Gänsehaut verspürte. Leider bleibt diese Atmosphäre nicht durchweg erhalten, trotzdem gibt es noch einige Momente, die gruseln lassen.
Alles in allem gibt es hier viele Momente, bei denen der Leser mitgrübeln kann, was wirklich mit der Protagonistin Kath passiert ist. So manches Mal gibt es Überraschungen, aber wo die Geschichte letzten Endes hinführte, konnte ich keineswegs vorausahnen. Dadurch, dass auch Kath jegliche Erinnerung fehlt, ist man beim Lesen genau so verwirrt wie die Protagonistin selber. Die Spannung bleibt hier eher unterschwellig, man möchte mehr erfahren, bekommt aber neben dem aktuellen Geschehen nur Bruchteile von dem, was zurückliegt.
Erzählt wird das ganze aus wechselnden Perspektiven, wobei Kaths Perspektive aus der Ich-Form, der Rest durch einen personellen Erzähler in dritter Person wiedergegeben wird. Dadurch bekommt man aber auch immer nur kleinere Bruchteil des Geschehens mit und hat keine Ahnung, worauf der Autor hier letzten Ende hinaus will.
Die Charaktere, allen voran Kath und auch ihre kleine Tochter Lyla, werden gut gezeichnet. Kath ist eine fürsorgliche Mutter, die wirklich alles für ihre Tochter geben würde. Gerade dadurch, dass Lyla eine autistische Spektrumsstörung hat, verstärkt Kath Beschützerinstikt dem Mädchen gegenüber. Auch sonst fand ich sie sympathisch und ich konnte mir, genau wie sie selber, nicht vorstellen, dass sie ihren Wagen aus freien Stücken in den See gelenkt haben sollte. Dagegen war mir Mann Adam eher suspekt, gerade seine Haltung gegenüber Kath fand ich erstaunlich. Zwar bekommt man nach und nach mit, warum er sich so verhält, so ganz konnte ich es allerding nicht nachvollziehen. Doch nicht nur Adam sorgte dafür, dass man ihn eher sekptisch beobachtete beim Lesen, auch weitere Charaktere, die im Dartmoor leben oder auch Kaths Bruder Dan haben ich eher misstrauisch im Augen behalten. Richtig gut gefallen hat mir die kleine Lyla und als Mutter hat sie auch in mir so manches Mal den Beschützerinstinkt wach gerufen. Manchmal war sie mir durchaus unheimlich mit ihren ganz besonderen Talenten, was hier aber perfekt zur gesamten Atmosphäre passt.

Mein Fazit

Düster, kalt und manchmal mit unheimlicher Atmosphäre erzählt Tremayne diese Geschichte, bei der ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, was wirklich geschah. Gerade die Darstellungen aus dem Dartmoor mit all seinem Aberglauben und besonderen Orten fand ich gelungen. Aber ich hätte mir gewünscht, dass diese Gänsehautatmosphäre, die zwischendurch immer wieder aufkam, konstanter geblieben wäre. So war es zwar durchweg gut geschrieben, aber die Spannung nicht konstant. Dafür fand ich die Charaktere sehr gut gezeichnet und dargestellt, auch wenn ich mich bei Adam manchmal wunderte. Wer Bücher mit düsterer Atmosphäre mag, sollte hier einmal reinlesen.

4 Gedanken zu „[Rezension] Mädchen aus dem Moor von S. K. Tremayne

  1. HibiscusFlower Antworten

    Hallo liebe Silke,
    nach einer langen Auszeit begebe ich mich mal wieder auf eine kleine Stöbertour.
    Auch wenn ich jetzt nur hier schreibe, so habe ich doch geschaut, was du im Juli, August und bist jetzt im September gelesen hast. Interessante Bücher waren dabei. Mit dieser Rezension hast du mich so neugierig gemacht, dass ich mir das Buch auf dem Wunschzettel vermerkt habe. Danke dafür. ;-)
    Ansonsten hoffe ich, dass es dir und deinen Lieben gut geht?!
    Sei mir ganz lieb gegrüßt und hab eine tolle Woche.
    Hibi <3

    • Silly Autor des BeitragsAntworten

      Hallo meine liebe Hibi,

      wie schön, von dir zu lesen! :D So eine Auszeit muss einfach auch mal sein. Ich merke auch oft, dass ich gar nicht zu allem komme, was ich mir vorgenommen habe.

      Ich hoffe, du hast dich etwas erholen können in deiner Auszeit und bei euch ist alles gut?

      Bei uns ist alles fit, zum Glück und ich habe es auch nicht laut gesagt. ;)

      Das Buch ist gut geschrieben, ich mag es zwar lieber, wenn die Gänsehautatmosphäre sich konstant halten kann, aber wenn man so ein wenig die Orte gesehen hat, von denen der Autor schreibt, gibt es die ein oder andere Gänsehaut.

      Liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende,

      Silke

  2. Gisela Antworten

    Guten Morgen Silke

    Ich habe jetzt mal nur das Fazit gelesen, da ich das Buch hier liegen habe. Mir ging es beim Vorgänger so. Die Spannung wurde mir einfach zu wenig gehalten. So weit ich in Erinnerung habe, war die Protagonistin nicht gerade sympathisch. Trotzdem freue ich mich nun auf diese Geschichte. Das Setting ist vom Autor mal wieder wunderbar gewählt.

    Liebe Grüße,
    Gisela

    • Silly Autor des BeitragsAntworten

      Huhu Gisela,

      bisher war Eiskalte Schwester mein Liebling von diesem Autor. Falls du das noch nicht gelesen hast, kann ich dir das empfehlen.

      Ich hätte mir hier auch gewünscht, dass da mehr Gänsehaut bleibt, aber trotzdem ist es gute Unterhaltung und lesenswert.

      Liebe Grüße
      Silke

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