[Rezension] A Stranger in the House von Shari Lapena

Infos zum Buch:

AutorIn: Shari Lapena
Titel: A Stranger in the House
Das Böse ist näher, als du denkst

Coverrechte: Bastei Lübbe ©Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

ÜbersetzerIn: Rainer Schumacher
Originaltitel: A Stranger in the House

Format: Paperback
Genre: Thriller
Umfang: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungstermin: 27. Juli 2018
Preis Buch: 12,90 €
Preis ebook: 9,99 €
ISBN-10: 3785726112
ISBN-13: 978-3785726112
ASIN: B0774V5VS4

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*Bastei Lübbe*

Inhalt

Als Tom von der Arbeit nach Hause kehrt, ist auf dem ersten Blick alles wie immer, das Licht brennt, die Tür ist offen, doch seine Frau Karen scheint nicht da zu sein. Als er dann noch ihre Handtasche nebst Geldbörse und Handy findet, macht er sich sorgen und ruft bei der Polizei an. Das diese nur kurze Zeit später schon vor seiner Tür steht, hätte er nicht gedacht. Allerdings sind sie nicht da, um die Vermisstenmeldung aufzunehmen, sondern teilen ihm mit, dass Karen einen Unfall hatte. Ausgerechnet im gefährlichen Viertel der Stadt, ist sie viel zu schnell gefahren und hat die Kontrolle über den Wagen verloren. Irgendetwas stimmt hier nicht, was hatte Karen dort zu suchen? Doch als Karen wieder zu sich kommt, fehlt ihr jede Erinnerung an den Abend. Kurz darauf wird eine Leiche in der Nähe der Unfallstelle gefunden – gibt es einen Zusammenhang?

Meine Meinung

Das Cover finde ich richtig klasse und passt hervorragend zu einem Thriller, ich hätte dieses Buch in einem Laden auf jeden Fall umgehend in die Hand genommen. Auch der Klappentext überzeugt und da ich eh schon von dem ersten Buch der Autorin begeistert war, war ich auch hier gleich wieder neugierig.
Shari Lapena hat einen sehr eigenen Schreibstil, denn sie verliert nie allzu viele Worte und schreibt direkt und ohne Umschweife. Damit hatte sie es hier doch sehr schnell wieder geschafft, mich in ihre Story zu ziehen. Sie gibt mit Worten nur soviel Preis, wie sie muss, damit man neugierig wird und einfach wissen muss, was passiert ist. Das hat hier vor allem auch zu Beginn ganz hervorragend funktioniert, doch es blieb leider nicht konstant so spannend wie der Anfang. Irgendwann hatte ich einfach das Gefühl zu ahnen, in welche Richtung das ganze hier führt und somit wurde es mir zu vorhersehbar.
Der Einstieg war richtig spannend, der Prolog gibt einen kurzen Einblick auf das, was den Leser erwartet und schon befindet man sich umgehend mitten im Geschehen. Durch diesen minimalistischen Schreibstil und dann noch in der Gegenwart ist das Tempo sehr hoch gehalten. Allerdings kommt hier dieses Mal die Charakterisierung ein wenig flach, da ich hier einfach das Gefühl hatte, lediglich der Beobachter zu sein, ich war zwar neugierig, aber nicht mitgerissen und mitfiebern mit den Protagonisten blieb auch ein wenig fern. Wie ich schon erwähnte, war mir einiges zu vorhersehbar und somit flachte die Spannung dann auch etwas ab. Trotzdem war es leicht, hier beim Lesen am Ball zu bleiben, weil der Schreibstil doch genug gefangen nimmt.
Ein personeller Erzähler in der dritten Person berichtet aus wechselnden Perspektiven. Somit verfolgen wir die Handlungen unterschiedlicher Personen, zum einen das Ehepaar Karen und Tom, mal gemeinsam, mal einzeln, zum anderen den Ermittlern und der Nachbarin Brigid. Jeder von ihnen wird beobachtet und man kann ihren Handlungen zusehen, allerding nimmt man hier an deren Gefühlswelt nicht teil. Vielleicht hätte man hier den psychischen Aspekt tiefer aufgreifen können, denn dann hätte ich wahrscheinlich mehr mitgefiebert.
So bleiben mir die Charaktere dieses Thrillers leider zu flach, denn so richtig in sie hineinversetzen fiel mir schwer. Karen war mir hier noch die greifbarste Person, denn von ihr erfährt man schon einiges mehr und ja, ihre Vergangenheit ist schon sehr berührend. In sie konnte ich mich am meisten hineindenken und habe schon für sie mitgehofft. Tom war mir zu blass, weder sympathisch noch richtig unsympathisch, eher so ein nichtssagender Mann ohne Tiefe. Dann wäre da noch Brigid, zu ihr kann ich einfach nur sagen, dass sie eine sehr unsympathische Figur ist, auch wenn man hier durchaus eine Art Verständnis für sie aufbringen kann, zumindest, wenn man sich in ähnlichen Situationen befand, wie sie. Mit Detective Rasbach trifft man hier übrigens auf einen Bekannten aus dem Vorgänger. Er ist schon ein sehr cleverer Ermittler, allerdings erfährt man auch von ihm nicht allzu viel.

Mein Fazit

Nachdem mir das Debüt der Autorin sehr gut gefallen hatte, war ich extrem gespannt auf diesen Thriller, der aber nicht ganz an den Vorgänger heranreichen kann. Dafür fehlten mir hier überraschende Ereignisse und der Tiefgang bei den Charakteren. Der Schreibstil ist ohne Frage etwas besonderes, denn die Autorin schafft es gerade durch diese Knappheit der Worte Spannung aufzubauen. Für Leser dieses Genres ist es zu vorhersehbar, da es aber ohne blutige Details auskommt, ist es durchaus geeignete Lektüre für Leser mit schwächeren Nerven.

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