Interview und Autorinnenvorstellung Franziska Erhard

Hallo Ihr Lieben,
ich möchte Euch heute eine sehr sympathische und liebe
Autorin vorstellen, die ich dank einer Leserunde kennenlernen durfte: nämlich
Franziska Erhard! Franziska schreibt humorvolle Liebesromane, die mit ihren
lebendigen Charakteren begeistern und fesseln können.
Hallo Franziska: Magst Du Dich einfach mal kurz vorstellen?


Gerne. Also, ich heiße Franziska Erhard,  bin verheiratet, habe zwei Kinder, und ich
schreibe seit 2015 Bücher. Ich bin spontan, lache gerne (auch über mich
selbst), bin aufgeschlossen und kommunikativ, impulsiv, rede meist erst und
denke dann nach,  habe eine Vorliebe für
Rituale, und halte mich gerne für recht cool – zumindest bis mein Großer kommt
und mir erklärt, dass ich das nicht bin …

War es schon immer Dein Wunsch Autorin zu werden?
Ich habe schon immer gerne geschrieben. Ich liebe es, mir
Geschichten auszudenken, damit habe ich schon sehr früh angefangen. Und ich
spiele gerne mit Wörtern, denke mir stundenlang 
passende Beschreibungen für eine bestimmte Situation aus, bin immer auf
der Suche nach dem perfekten Ausdruck. Aber tatsächlich veröffentlichen, das
habe ich mich lange nicht getraut. Es ist schon eine sehr persönliche Sache,
ein Buch zu veröffentlichen, selbst wenn alles nur ausgedacht ist.
Wie kommst Du auf Deine Geschichten? Schwirren sie plötzlich im Kopf
herum oder überlegst Du Dir vorher schon eine Storyline?
Das wird sich jetzt etwas schräg anhören, aber tatsächlich
sind die Hauptprotagonisten plötzlich in meinem Kopf. Oft passiert das, wenn
ich gar nicht damit rechne, zum Beispiel beim Einkaufen. Dann laufe ich
ziemlich planlos durch das Geschäft und bin in einem inneren Dialog mit
irgendeiner Figur, die mir genau jetzt unbedingt ihre Geschichte erzählen will.
Wenn ich heimkomme, habe ich die Hälfte von dem vergessen, was ich eigentlich
brauchte, aber eine neue Story im Kopf.
Wenn ich erst mal die Charaktere kenne, ihre Vorlieben,
Macken und Ängste, dann kann ich auch ihre Geschichte sehen. Ich erstelle für
sie Lebensläufe, um sie besser beschreiben zu können, statte sie mit Freunden
aus, und überlege mir, wo ihre Reise beginnt und wo und wie sie enden wird. Der
Rest ergibt sich , und meistens ändert es sich dann beim Schreiben noch einmal.  Meine Buchfiguren sind nämlich ein wenig wie
kleine Kinder, die machen, was sie wollen. Und meistens haben sie Recht und
entwickeln sich genau richtig.
Hast Du selber einen Lieblingsautor oder -autorin?
Kerstin Gier ist und bleibt die Großmeisterin, ich bewundere
ihren Sprachwitz sehr.  Und John Irving
hat eine grandiose Art, mit Worten umzugehen. Wenn ich was ganz anderes
brauche, greife ich sehr gerne zu den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett.
Ich liebe die Hexen, besonders Oma Wetterwachs. Die fände sogar mein Großer
cool.
Welche Genre magst Du selber?
Ich bin ein bekennendes Schnulzengirl, auch wenn ich, wie
gesagt, ab und an mal einen Abstecher in andere Genres mache.
Kommen wir zu Deinem neuesten Buch: 99 Tage mit Julie. Deine
Protagonistin Julie konnte ich mir so gut vorstellen. Wie kamst Du auf sie? Ist
sie Dir ähnlich? 
Danke. Julie war eines Morgens plötzlich da. Ich wusste
sofort, dass sie tough, witzig und stark ist. Und dass sie einen ebenbürtigen
Partner braucht. Ich konnte sie hören, sehen und wusste, wie sie reagieren
würde.  Und wenn ich die Figur so gut
kenne, kann ich sie auch so schildern, dass der Leser sie sich vorstellen kann.
Ob sie mir ähnlich ist? Hm, in manchen Bereichen sicher. Ich
liebe kleine Wortgefechte, ich lasse mich nicht gerne einschüchtern, ich bin
sehr zielstrebig, wenn es ums Schreiben geht, ich gebe ungern die Kontrolle ab,
und ich beginne immer, immer am Anfang der Geschichte. Und es gibt nichts
Schlimmeres für mich, als zuzusehen, wie jemand eines meiner Bücher liest. Dann
muss ich die Person ständig anstarren, ob sie endlich lacht …
Wie gut kannst Du Dich mit Deinen Charakteren identifizieren?
Ziemlich gut. Natürlich ist keine der Protagonisten wirklich
Franziska Erhard, aber jede hat eine kleine Eigenart, die ich recht gut kenne.
Wenn ich sie nicht sympathisch finden würde, wäre es schwer, über sie zu
schreiben.  Und ich finde es ehrlich
gesagt toll, mir vorzustellen, wie man in einer bestimmten Situation reagieren
könnte. Manche sind also vielleicht ein wenig so, wie Franziska Erhard manchmal
gerne wäre. In dieser Hinsicht hat mich das Schreiben im echten Leben sehr viel
lockerer und mutiger gemacht :-)
Was hättest Du gemacht, wenn man Dich mit einem Dir fremden und nicht
unbedingt sympathischen Mann für ein paar Wochen in die Verbannung geschickt
hätte?
Ich fürchte, ich hätte nicht Julies Langmut gehabt. Die
Vorstellung ist ziemlich erschreckend, und wahrscheinlich müsste die Frage eher
lauten, was hätte die andere Person gemacht, wenn meine Geduld am Ende ist …
Und doch ist es eine sehr spannende und auch chancenreiche Ausgangssituation.
Manchmal muss es eben eine zweite Chance sein.
Ich habe ja so ein bisschen mitbekommen, dass das Co-Autoren-Dasein für
viele Autoren undenkbar wäre oder sich als schwierig gestalten würde. Was wäre
für Dich dabei die größte Schwierigkeit?
Das ganz exakte Plotten. Manchmal spüre ich erst während des
Buches, das eine andere Drehung notwendig ist, und das würde nicht klappen. Ich
mag es, mich  beim Schreiben von der
Energie der Geschichte leiten und auch mal überzeugen zu lassen.
Du hast ja mittlerweile einige Bücher veröffentlicht. Magst Du diese
vorstellen?
Begonnen hat alles mit „Alles nur Ansichtssache ?!“, diesem
zauberhaften Roman um Anni, die mit ihrem Freund nach London zieht, von ihm
betrogen wird, sich trennt und dann in eine Geschichte gerät, die voller Liebe,
Vertrauen, Selbstzweifeln und ganz viel Lachen steckt. Und toller Männer, so
nebenbei bemerkt …
Inzwischen gibt es mit „Alles nur Familiensache ?!“ einen
zweiten Band, der lose an den ersten anknüpft, auch wenn die ganz eigenständige
Geschichte von Mia erzählt wird. Beide Bücher drehen sich irgendwie um die
Freemans, eine recht eigenwillige und etwas schräge Familie voller bezaubernder
Menschen, die ich sehr gerne einmal im wirklichen Leben treffen würde.

„Drei Väter sind dann doch zu viel“ ist die temporeiche, sehr witzige
Geschichte um Greta, die nach zwei One-Night-Stands schwanger wird und leider
nicht weiß von wem nun genau. Da sie sich von ihrem besten Freund dazu
überreden ließ, ihn als Vater auszugeben, wird ihr Leben plötzlich sehr
turbulent, als auch die beiden echten Vater-Kandidaten wieder auftauchen. Denn
Gretas Mutter ist recht eigen und hat nur noch ein Ziel: Das Kind muss unter
die Haube, ehe das Kind kommt.
„Maxi – Wer will schon einen Mann mit Porsche“ erzählt die
Geschichte der Grundschullehrerin Maxi, die sich in den charismatischen und
recht geheimnisvollen Vater eines Schülers verliebt und versucht, vor ihren Gefühlen
davonzulaufen. Welche Rolle dabei ein Plastikrabe, die renitenten Tauben Bonnie
und Clyde und der unsägliche himmelblaue Porsche spielen? Keine unerhebliche,
soviel sei gesagt.
„Verwünscht – Manchmal ist das Falsche richtig“ spielt in
den malerischen Cotswolds, wo die gar nicht malerische Tante Millicent lebt. Zu
der  wird Charlotte geschickt, nachdem
sie versehentlich mit ihrem Freund Schluss gemacht hat. Und während Charlotte
darauf wartet, dass Josh sie zurückholt, lernt sie eine ganze Menge, über sich,
die Menschen, echte Liebe, eigene Träume und das Leben an sich. Und darüber,
wie man Drachentanten zähmt.
„99 Tage mit Julie“ erzählt die Geschichte der Autorin
Julie, die sich am Ziel ihrer Wünsche sieht, nämlich einem Verlagsvertrag, als
eine unvorhergesehene Schwierigkeit auftaucht: Paul. Den Vertrag gibt es
nämlich nur mit ihm zusammen, als neues Autoren-Duo. Dann verfrachtet man sie
auch noch auf eine einsame, luxuriöse Berghütte, um das Buch endlich vorwärts
zu bringen. Julie entwickelt einen Plan B, um in der ganzen Sache nicht
unterzugehen. Aber auch Paul hat die eine oder andere Idee auf Lager, um das
Projekt zu kippen. Und da keiner der beiden nachgeben will, wird die Zeit im
Schreibexil alles andere als ruhig …
„Believe – Mit dir kamen die Wunder“ ist ein Sammelband, der
die drei einzeln erschienenen Geschichten rund um Sophie und die „Hütte 7“
beinhaltet.
Sophie, frisch vom selbstverliebten Ehemann gegen eine jüngere ausgetauscht,
nimmt notgedrungen einen Aushilfsjob auf dem Weihnachtsmarkt in Rosies
legendärer Hütte 7 an. Als Christkind verkleidet soll sie Weihnachtsschmuck
verkaufen. Und damit beginnt eine Geschichte, die sie so nicht erwartet hätte.
Mit Will tritt die Liebe in ihr Leben, aber es gibt auch jede Menge Intrigen
und Geheimnisse. Und das Größte gefährdet ihre gemeinsame Zukunft und scheint
unlösbar zu sein …
 
Könntest Du Dir auch vorstellen, in anderen Genre zu schreiben?
Im Moment bin ich sehr glücklich so, wie es ist. Aber wer
weiß? Einen Krimi zu schreiben stelle ich mir sehr interessant vor, und der
Gedanke, ganz legal morden zu können, hat manchmal doch einen gewissen Reiz,
oder?  ;-)
Andererseits, eine ganz neue Welt erschaffen, mit Leben
füllen, besondere Gaben verteilen, das ist auch so etwas, was unglaublich verlockend
ist. Deshalb sage ich jetzt mal, möglich ist alles, wenn der richtige Zeitpunkt
und die perfekte Idee zusammentreffen.
Hattest Du schon einmal eine Schreibblockade? Wenn ja, wie bist Du
dagegen angekommen?
Nein, bisher zum Glück nicht. Ich habe mal mehr Lust
(meistens), mal weniger, aber das ist normal. Und wenn ich merke, dass ich in
einer Geschichte festhänge, dann lege ich sie auch mal zur Seite und beginne
was ganz anderes. Das hat bisher immer geholfen.
Hast Du irgendwelche “Macken” beim Schreiben? 
Ich brauche Ruhe, und zwar absolut. Keine Musik, keine
Menschen um mich herum. Da ich zu Hause arbeite, habe ich mir ein Ritual
geschaffen. Radio aus, Kerzen an, Wasserflasche, und dann geht es los.  Und ich „spiele“ gerne die Szenen nach, reibe
mein Ohr, oder kaue auf einem Bleistift herum, wenn meine Figuren das tun. Oh,
und ich steigere mich in die entsprechende Stimmung hinein, werde richtig
hibbelig und kribbelig, wenn sich die beiden gleich bekommen, oder sauer, wenn
sie sich streiten. Meine Kinder erkennen beim Heimkommen immer, wenn ich noch
mitten in einer Szene hänge. Sie wissen dann, oha, die Mama ist auf Krawall
gebürstet, weil  sie noch ein Kapitel
fertig schreiben will, in dem es gerade Zoff gibt. Und sie gehen großartig
damit um.
Falls Du mal ein paar freie Minuten findest, hast Du irgendwelche
Hobbys?
Genau da liegt das Problem, ein paar Minuten zu finden. Als
Selfpublisherin schreibe ich nicht nur, sondern kümmere mich um alles, Cover,
Korrektorat, Buchsatz, Werbung … Und ich bin ja auch noch Ehefrau und Mutter.
Im Moment gehört meine freie Zeit ganz der Familie. Ich versuche ja seit
Monaten, mich selbst davon zu überzeugen, dass Putzen und Bügeln mein Hobby
sein könnte, aber das ist bisher leider ergebnislos geblieben. Aber wenn ich
Zeit hätte: nähen, reisen, öfters schwimmen gehen.  Und ab und zu einfach dasitzen und die Wand
ansehen …
Auf was dürfen wir uns denn als nächstes freuen? Hast Du schon mit
einem neuen Buch angefangen?
Ja, ich habe gerade eines angefangen. Und wenn mich keine
Schreibblockade erwischt, wird das nächste Buch wieder in London spielen und
eine weitere Geschichte  aus der „Alles
nur …?!“ Reihe sein.
Ich mag immer ganz gerne diese Entweder-oder-Fragen. :) Hast Du Lust?
Klar, immer.
Tee oder Kaffee?
Kaffee
Film oder Serie?
Film
Langschläfer oder Frühaufsteher?
Langschläfer
ebook oder Print?
Ebook, weil es superpraktisch ist.
Harry Potter oder Herr der Ringe?
Beide. Ok: als Buch Harry Potter, als Film Herr der Ringe
Sommer oder Winter?
Sommer
Vielen lieben Dank, liebe Franziska, dass Du Dir die Zeit genommen
hast, meine Fragen zu beantworten! Ich freue mich auf Deinen nächsten Roman! :)
Danke! 
Hier könnt Ihr noch in den Klappentext von 99 Tage mit Julie schnuppern! Wenn Ihr Frauenroman mögt, dann schnappt Euch unbedingt ein Buch von Franziska! :)

Hier findet Ihr meine Rezi zu 99 Tage mit Julie, Franziskas neuerster Roman: *klick* 
Wenn Ihr in Franziskas Bücher schnuppern möchtet, dann guckt mal hier: *klick*

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