Was geschah in Ruppertshain [Rezension] Im Wald von Nele Neuhaus

Ein weitere Fall für Bodenstein und Sander. Wie mir der mittlerweile 8. Fall der Ermittler gefallen hat:

Infos zum Buch:


Autor: Nele Neuhaus
Titel: Im Wald
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Genre: Krimi
Umfang: 560 Seiten
Verlag: Ullstein Verlag
Erscheinungstermin: 14. Oktober 2016
Preis Buch: 22,00 €
Preis ebook: 16,99 €
ISBN-10: 3550080557
ISBN-13: 978-3550080555

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*Ullstein Verlag*

Als Kommissar Oliver von Bodenstein mitten in der Nacht zu einem
Brand auf einem Campingplatz gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass
sein letzter Fall vor seiner selbst verordneten Auszeit wohl auch
sein persönlichster wird. Der abgebrannte Wohnwagen hält auch noch
eine Überraschung bereit, denn die Ermittler finden eine Leiche.
Die Spuren führen ausgerechnet nach Ruppertshain, der Ort, in dem
Bodenstein aufgewachsen ist. Hier kennt jeder jeden und es scheint,
als gäbe es hier einige Geheimnisse. War der Brand wirklich, wie
zunächst vermutet wurde, Brandstiftung? Als kurz darauf weitere
Morde geschehen, wird den Ermittlern klar, dass schnellstmöglich
etwas geschehen muss. Doch Bodenstein ist zu tief in diesen Fall
verwurzelt und selbst Pia Sander, Bodensteins langjährige Kollegin,
hegt Zweifel, dass er hier unvoreingenommen ermitteln kann. Denn es
gibt Zusammenhänge, die in die Vergangenheit führen, ins Jahr 1972,
als Bodensteins bester Freund spurlos verschwand.

Bei Im Wald handelt es sich bereits um den achten Band der
Taunus-Krimi-Reihe aus der Feder von Nele Neuhaus und ich habe jeden
einzelnen Fall regelrecht inhaliert. Bei jedem neuen Krimi mit
Bodenstein/Sander (früher Kirchhoff) hat man das Gefühl alte Bekannte
wieder zu treffen, da man einfach schon viele ihrer Ecken und Kanten
kennt. Das ist hier bei diesem Buch auch recht wichtig, dass man bereits
vorgekommene Person an Hand des Namens zuordnen kann, denn es prasseln
hier unglaublich viele Personen auf den Leser ein, die bisher nicht
bekannt waren und ich persönlich musste schon ab und zu innehalten, um
zu überlegen, wer denn da gerade auftauchte. Allerdings gibt es auch
eine Personenliste gleich am Anfang des Buches, die es mir zum Glück
ermöglichte, immer mal wieder nachzuschauen, in welchem Verhältnis die
Personen nun zueinander stehen. Also alles sehr viele Verstrickungen und
Verwicklungen, aber so glaubwürdig, dass Ruppertshain ein richtiges
Gesicht bekam und ich mir auch durchaus vorstellen konnte, dass es genau
so auch in diesem kleinen Ort zugehen kann. Was mich ebenso
beeindrucken konnte, ist, dass Nele Neuhaus hier zu keiner Zeit ihren
roten Faden verliert und das trotz des riesigen Personenaufkommens alles
zusammengeführt wird. Das ist schon eine Kunst, hier nicht selbst den
Überblick zu verlieren. Der Schreibstil der Autorin ist schon etwas
besonderes, denn sie entwickelt einen ganz besonderen Sog, ist flüssig
und verständlich. Ausserdem schafft sie es nicht nur ihre Kapitel mit
kleinen, gemeinen Cliffhangern zu beenden, sondern allein ihre
Abschnitte innerhalb eines Kapitels enden jedes Mal damit. Das ist für
mich ja immer ein regelrechter Zwang, dann weiterzulesen, denn ich hoffe
ja schnell die Antworten zu finden und so fliegen selbst über 500
Seiten nur so beim Lesen. Natürlich hält das auch den Spannungsbogen
konstant hoch und bei gewissen Ereignissen wird dieser immer wieder
gesteigert. Die Charaktere, bzw. die Ermittler der Taunus-Krimi-Reihe,
sind für mich einfach gute alte Bekannte geworden, Bodenstein und Sander
sind einfach sehr glaubwürdige Personen und sie haben ihre Ecken und
Kanten. Das hier ist allerdings Bodensteins persönlichster Fall und ich
musste schon höllisch aufpassen, denn es geht hier natürlich um
unendlich viele Verwandschafts- Bekanntschafts- und
Freundschaftsverhältnisse in Ruppertshain, die auch sehr ausführlich
dargestellt sind. Das mag dem ein oder andere langatmig vorkommen und
auch ich musste mich das ein oder andere Mal zusammenreißen, um
konzentriert am Ball zu bleiben und nicht meinen eigenen roten Faden im
Kopf folgen zu können. Da ich selber aber in einem eher kleineren Ort
aufgewachsen bin, ist das alles schon sehr nah an der Realität
geschrieben und durchaus denkbar, dass sich das alles genau so in
Ruppertshain abgespielt hat. Das Ende des Falls konnte ich mir dann ein
wenig so denken, aber trotzdem habe ich beim Lesen des Buches immer mal
wieder hin- und hergeschwenkt in Gedanken, was denn da nun wirklich
passiert ist.

Letzendlich hat mir auch der achte Fall der Reihe sehr gut gefallen. Die
Ermittler und auch ein Teil ihrer Familien sind für mich, wie schon
erwähnt, einfach gute Bekannte und ich freue mich immer wieder, von
ihnen zu lesen. Auch wenn dieser Fall wieder für sich alleine steht,
möchte ich allerdings abraten, diesen Krimi als ersten aus der Reihe zu
lesen, denn sonst hat man einfach viel zu viel mit diesen
Personenkolonnen zu kämpfen. Es ist einfach Bodensteins persönlichster
Fall und genauso ist dieser auch aufgebaut. Ansonsten besticht das Buch
einfach mit Neuhaus’ unglaublichen Erzählstil, der mich immer wieder
aufs neue in seinen Bann schlägt. Gerne empfehle ich auch diesen Krimi
an alle Liebhaber der Reihe weiter.

4 Gedanken zu „Was geschah in Ruppertshain [Rezension] Im Wald von Nele Neuhaus

  1. Hörnchens Büchernest Antworten

    Hey Silke,

    das Buch liegt hier bereits, aber ich denke ich werde wohl dieses Jahr nicht mehr dazu kommen es zu lesen. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich die Reihe ab Band 5 (was zumindest die Kriminalfälle angeht) nicht mehr ganz so super finde.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Silly Autor des BeitragsAntworten

      Hey Sandra,

      aus der ganzen Reihe waren auch die ersten vier meine Highlights und davon Schneewittchen muss sterben am meisten. Hier musste man sehr aufpassen, um den Überblick zu behalten, weil doch sehr viele Leute aus Bodensteins Vergangenheit auftauchten. Ich wünsche dir aber viel Spaß beim Lesen! Bin gespannt, was du sagst.

      Liebe Grüße
      Silke

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