Jagd ist Jagd, oder? Rezension Killgame – Andreas Winkelmann

Meinen herzlichen Dank für dieses tolle Buch geht an den Wunderlich
Verlag *klick* der mir das Buch vorab zur Rezension zur Verfügung
gestellt hat.  
 
Autor: Andreas Winkelmann

Titel: Killgame
Genre: Thriller

Format: großformatige Klappenbroschur
Umfang: 432 Seiten
Verlag: Wunderlich Verlag
Erscheinungstermin: 11. März 2016
Preis Taschenbuch: 14,99 €
Preis ebook: 12,99 €
ISBN-10: 3805250800

ISBN-13: 978-3805250801

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Nia ist endlich 18 Jahre alt und kann es kaum erwarten, ihr
Elternhaus zu verlassen, denn ihre Mutter starb, als sie noch klein war
und ihr Vater ist seit dem nicht mehr er selbst und dem Alkohol
verfallen. So verschwindet Nia eines Tages mit ihrem Rucksack
bepackt und niemand weiß, wo sie hin ist. Sie gerät in
Schwierigkeiten, aus denen sie von dem jungen Italiener Franco
gerettet wird. Die Beiden kommen sich näher, doch auch Franco kann
Nia nicht die Freiheit geben, die sie sich wünscht. Als sie dann
den 70 jährigen Walter Busch kennenlernt und dieser ihr von seinem
Haus in Kanada erzählt, gibt es für Nia kein Halten mehr. Sie
bietet Walter, der in Kanada alleine nicht mehr zu Recht käme, ihre
Hilfe an und Walter geht darauf ein. Kurzerhand bucht er für Nia,
Franco und sich selber Flugtickets, um dem tristen Deutschland zu
entfliehen. Doch Franco taucht nie am Flughafen auf und so begibt
sich Nia allein mit Walter auf Reisen.
Unterdessen sucht ihr Onkel Dries Torwellen, der sein Geld mit
dem Aufspüren Verschwundener verdient, verzweifelt nach seiner
Nichte, denn er spürt, dass Nia in Gefahr ist.
 
 
Dieser Thriller ist in vier Teilen aufgeteilt, beginnt
allerdings eher ruhig, mit vielen Hintergründen und einem recht
genauem Kennenlernen der jungen Nia. Doch schon im ersten Teil des
Buches gab Winkelmann mir einige Rätsel auf, für die ich keinerlei
Erklärung fand. So beginnt es eher mit einer unterschwelligen
Spannung, denn ich verspürte immer wieder dieses, da ist doch was,
was kommt denn da? Außerdem hat man ja, dank dem Klappentext, eine Ahnung,
was in Kanada wirklich passieren wird und möchte Nia am liebsten
warnen, mit Walter das Flugzeug zu betreten. 
Winkelmann hat seinen Thriller sehr durchdacht aufgebaut, denn ab dem zweiten Teil steigert sich die Spannung kontinuierlich. Seinen Schreibstil fand ich schon immer aussergewöhnlich, denn hier muss man schon sehr genau aufpassen, manchmal muss man auch zwischen den Zeilen lesen. Die wechselnden Perspektiven gaben mir immer genügend Einblicke, wie sich die Charaktere entwickeln. Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat, waren die Bezüge zum Mystischen. Denn Dries Torwellen war der Zwillingsbruder von Nias Mutter und dieser glaubt an einen Zwillingskult der Yoruba aus Westafrika. Dieser Kult besagt, dass die Seele eines Zwillings gespalten ist und man die Seele des verstorbenen Zwillings in einer Holzfigur ere ibeji, bei sich tragen soll, damit man im Geiste verbunden bleibt. Gut, an so etwas glaube ich nicht und das waren Passagen, die mir nicht so gefielen und die dementsprechend auch unglaubwürdig für mich blieben.
Die Charaktere hingegen hat Winkelmann glaubwürdig dargestellt. So merkt man der jungen Nia einfach ihre Unerfahrenheit und der damit verbundenen Naivität sehr gut an. 
Die vier jungen Spieleentwickler waren auch extrem gut ausgearbeitet, so konnte ich mir einfach zu gut vorstellen, dass diese vom Erfolg verwöhnten, neu reichen, jungen Menschen auf der Suche nach Nervenkitzel völlig aus ihren Fugen geraten.
Die Betreiber der Jagd haben mir Gänsehaut gemacht, denn ich kann mir schon vorstellen, dass so etwas durchaus möglich sein kann.
Und dann ist da noch Dries Torwellen, der sich auch nach elf Jahren noch Selbstvorwürfe bezüglich des Todes seiner Zwillingsschwester macht und seinen Frieden erst in der Zwillingskultur gefunden hat. 
 
 

Ein überaus gelungener Thriller, der alles beinhaltet, was ein
Pageturner für mich haben muss. Auch wenn es ein wenig zäh beginnt,
verspürte ich doch unterschwellige Spannung und war neugierig
genug weiter zu lesen. Da das Übersinnliche nicht ganz so
mein Fall in diesem Zusammenhang ist und es einfach auch etwas
gedauert hat, bis es richtig flüssig und spannend wurde, bekommt
der Thriller 4 Sterne!

2 Gedanken zu „Jagd ist Jagd, oder? Rezension Killgame – Andreas Winkelmann

  1. Mikka Liest Antworten

    Huhu!

    Oh, endlich mal eine positive Meinung zum Buch! Bisher hatte ich eher nicht so begeisterte Stimmen dazu gehört, aber vom Klappentext sprach mich das Buch direkt stark an.

    LG,
    Mikka

  2. Silly Autor des BeitragsAntworten

    Huhu,

    also ich hab jetzt oft gelesen, dass es mit Still von Zoran Drenkvar verglichen wird, aber es ist halt nur vom Thema ähnlich, vom Schreiben her fand ich Still viel besser. Aber Killgame fand ich recht gut zu lesen, vielleicht erstmal eine Leseprobe?

    LG

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