Die Abgründe in dir – Böser als du denkst von Nina Laurin

Coverrechte: Droemer Knaur/Designer ©Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch: 

AutorIn: Nina Laurin
Titel: Böser als du denkst
ÜbersetzerIn: Alice Jakubeit
Originaltitel: What My Sister Knew
Format: Paperback
Genre: Psychothriller
Umfang: 384 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungstermin: 01. März 2019
Preis Buch: 14,99 €
Preis eBook: 12,99 €
ISBN-10: 3426654113
ISBN-13: 978-3426654118
ASIN: B07JZZL92X

Mehr Infos zum Buch (Werbung):

*Droemer-Knaur*

Inhalt

Nach ihrem nächtlichen Autounfall weiß Andrea Boudreaux zunächst nicht, was geschehen ist, dass sie von der Straße abkam. Doch kaum aus dem Krankenhaus entlassen, sieht sie im Fernsehen eine Nachricht, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Eli, ihr Zwillingsbruder, ist aus dem Gefängnis entlassen und wird nun wieder gesucht, weil er des Mordes verdächtig wurde. Eli, der vor fünfzehn Jahren das Elternhaus in Brand setzte und dabei vorsätzlich ihre Mutter und deren Mann tötete. Die Angst ist wieder zurück und es scheint, als wäre das Leben, das Andrea sich aufgebaut hat, bedroht.

Meine Meinung

Ein Buch dessen Klappentext mich neugierig machte: Intrigen, Mafia, Vatikan und alles miteinander verwickelt klang schon unheimlich spannend. Der Einstieg gestaltete sich allerdings als nicht ganz so leicht, da hier doch eine Menge Personen und Schauplätze auf den Leser einstürmen. Das legt sich dann aber im Laufe des Buches und nach und nach erhält man einen besseren Durch- und Überblick.
Der achte Kreis ist der erste Teil einer neuen Reihe rund um Ishikli Caner und man spürt, dass hier noch einiges mehr passieren wird, bzw. noch nicht verraten wurde. Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig und fesselnd und Gravenbach versteht es sehr gut, seinen Worten so viel Leben einzuhauchen, dass man beim Lesen den Eindruck hat, einen Actionfilm zu schauen. Es geht hier um Mord, Intrigen, Lügen, all das verursacht durch den Vatikan und Beweise dafür befinden sich auf einem Datenträger. Kein Wunder also, dass hier von allen möglichen Seiten versucht wird, an den Datenträger heranzukommen.
Erzählt wird die Handlung durch einen neutralen Erzähler aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei stehen hauptsächlich die Ermittler Roth und Freudensprung, Caner und ein Kardinal im Vordergrund, aber auch weitere Perspektiven werden mit integriert. Insgesamt muss ich sagen, dass ich die Grundzüge der Handlung als glaubwürdig und vorstellbar halte.
Durch all diese unterschiedlichen Perspektiven fehlte mir insgesamt ein wenig Tiefgang bei den Charakteren. Natürlich gibt es ja noch genügend Raum in folgenden Bänden die Charaktere weiterzuentwickeln, so dass ich das in diesem Fall nicht als negativ bewerte, trotzdem gab es doch das ein oder andere bekannte Ermittlerklischee. Dem gegenüber steht dann Caner, die, bis auf das kleine Detail eine Auftragsmörderin zu sein, fast schon Superkräfte hat. Trotzdem fand ich die Charaktere interessant und konnte sie mir genügend vorstellen, um der Geschichte Leben einzuhauchen.

Mit “Böser als du denkst” erscheint bereits der zweite Psychothriller der kanadischen Autorin Nina Laurin.
Schon der Klappentext machte mich neugierig und der Einstieg in den Thriller gelingt der Autorin mühelos. Bereits mit den ersten Sätzen weiß sie zu fesseln und zieht den Leser direkt in die Handlung und somit in ihre spannende Geschichte. Dabei liest sich der Schreibstil der Autorin sehr leicht und absolut flüssig und fesselnd und die Geschichte war für mich ein Pageturner, den ich an einem Abend verschlungen habe.
Vom ersten Augenblick an ist die Suche nach der Wahrheit präsent und bleibt bis zum Ende hin aufrecht gehalten. Man rätselt absolut mit und stellt sich immer wieder die Frage, was denn nun wirklich damals geschah, als die Eltern der Zwillinge Andrea und Eli starben. Dabei legt die Autorin ein gutes Tempo vor, bei dem es nicht langweilig wird. Geheimnisse und Momente, die man nicht so leicht durchschauen kann, wechseln sich in teils kurzen, knackigen Kapiteln ab.
In der Ich-Form in der Gegenwart, durch einen dritte Person Erzähler in den Rückblenden erleben wir Andreas Geschichte. Die Rückblicke haben keine chronologische Reihenfolge, so dass man schon aufpassen muss, hier nicht den roten Faden zu verlieren. Durch dieses springen zwischen den damaligen und gegenwärtigen Ereignissen bekommt der Leser viele kleine Puzzleteile, bekommt ein ungutes Gefühl, eine böse Vorahnung und doch gibt es erst ganz zum Schluss die Auflösung. Ich hatte zwar durchaus eine Ahnung, wohin das alles führen wird, doch die Bestätigung, ob ich richtig lag, gab es erst zum Schluss.
Die Geschichte rund um Andrea und Eli ist ganz schön aufwühlend, denn man kann einfach nicht genau sagen, warum ein Kind mit zwölf Jahren so etwas schreckliches tut. Ist Eli wirklich von Geburt an böse? Ein brutaler Psychopath, der damals empathielos handelte oder gibt es da doch Gründe für die Handlung. Ihr dürft da auf jeden Fall gespannt sein.
Protagonistin Andrea hat mich in unterschiedliche Gefühle gebracht. Zunächst war sie mir noch sympathisch, das damalig schwer traumatisierte Kind, das allein bei Pflegeeltern aufwachsen musste und dessen Bruder ein psychopathischer Mörder ist. Ich möchte aber auch gar nicht zu viel über die Protagonistin verraten, um nicht zu spoilern. Aber eins kann ich sagen: Nina Laurin zeichnet hier ein absolut gelungenes Bild der jungen Frau, deren Gefühls- und Gedankenwelt ich abolsut interessant fand. Richtig toll umgesetzt! Neben Andrea wirken noch weitere Personen mit auf die Handlungen, unter anderem auch Eli, wobei diese eher Randfiguren bleiben.

Alles in allem ein spannender Psychothriller, der den Leser in die Gedankenwelt der Protagonistin abtauchen lässt und bei dem man so manches Mal überlegt, was wirklich wahr ist. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und man kann miträtseln und grübeln. Gute Unterhaltung für einen spannenden Leseabend!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert