[Rezension] Nichts ist gut. Ohne Dich von Lea Coplin

Coverrechte: dtv Verlag © Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

Infos zum Buch:

AutorIn: Lea Coplin
Titel: Nichts ist gut. Ohne dich
Format: Taschenbuch
Genre: Jugendbuch
Umfang: 352 Seiten
Verlag: dtv Verlag
Erscheinungstermin: 20. April 2018
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Preis Buch: 10,95 €
Preis ebook: 8,99 €
ISBN-10: 3423717785
ISBN-13: 978-3423717786
ASIN: B077K5NCL2

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*dtv Verlag*

 

Inhalt

Einst waren Jana und Leander Nachbarn und auch wenn Leander vier Jahre älter ist, war Jana immer wie eine kleine Schwester für ihn. Bis zu jenem Abend vor sechs Jahren im August, als Leander und Tim, Janas Bruder, gemeinsam in ein Auto stiegen. Die Beiden verunglücken und Tim kommt dabei ums Leben. Bis heute weiß Jana nicht, was damals wirklich geschehen ist, warum die beiden sechzehnjährigen Jungs in ein Auto stiegen und fuhren, denn Leander verschwand aus Janas Leben. Doch nun ist er zurückgekehrt und steht plötzlich in der kleinen Buchhandlung, in der Jana arbeitet, vor ihr. Welche Gefühle er dabei in ihr auslöst, damit hätte sie nie gerechnet und auch in Leander tobt es.

Meine Meinung

Das Cover ist gut gelungen und wirkte harmonisch und ansprechend und durch das knallige Herz erweckt es Aufmerksamkeit, so dass ich den Klappentext unbedingt lesen musste.

Der Einstieg in das Buch gelingt recht gut und man befindet sich umgehend mitten im Geschehen. Sprachlich ist es leicht, modern und sehr angenehm zu lesen, so dass es auch die Zielgruppe ansprechen wird. Mir hat der Stil soweit recht gut gefallen, wobei mir das zu Herzen gehende, das tiefe Emotionale, das ich bei solch einer Geschichte erwarte, etwas gefehlt hat. Dafür war es ein wenig zu oberflächlich gehalten und sprachlich noch zu geradlinig, auch wenn es sich flüssig lesen lässt.

Insgesamt blieb auch die Handlung ein wenig hinter meinen Erwartungen, denn es geschieht einfach nicht allzu viel, es gibt bei solchen Geschichten oft Momente, die besonders wirken, die berühren, aber diese gab es hier nicht allzu oft. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin sich getraut hätte, einfach emotionaler zu werden, in die Tiefe der Gefühle zu fassen und gerne auch etwas dramatischer geworden wäre. Denn das hätte ich mit dieser Vorgeschichte mir durchaus passend vorstellen können. So blieb es eher ruhig und im Gesamtbild distanziert und ja leider auch etwas mit Längen behaftet, was aber dank des Schreibstils nicht langweilig wurde und den Lesefluss nicht zu sehr störte.

Die Liebesgeschichte zwischen Jana und Leander hingegen fand ich gelungen. Gerade die langsam beginnende Freundschaft, das sich langsam wieder Annähern fand ich durchaus überzeugend. Alles andere hätte auf mich, bei der Vorgeschichte der Beiden, auch nicht glaubhaft gewirkt. So war es gut nachvollziehbar und schlüssig für mich.

In der Ich-Perspektive wird diese Geschichte von den beiden Protagonisten, meist kapitelweise wechselnd erzählt. Dabei bekommen wir als Leser einen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonisten.

Jana war mir auf den ersten Blick sehr sympathisch, allein ihre Liebe zu Büchern ließ mich hier gleich eine Verbindung aufbauen. Doch sie entpuppte sich durchaus als ein wesentlich komplizierterer Charakter, was mich auf der einen Seite durchaus überzeugen konnte, Jana aber den einen oder anderen Sympathiepunkt gekostet hat. Sie ist sehr distanziert, auf eine bestimmte Weise auch mit wenig Skrupel behaftet, wenn man beobachtet, welche Art Beziehung sie führt, als Leander wieder in ihr Leben platzt. All das lässt sich durchaus mit ihrem Verlust erklären, vor allem, weil sie nie erfuhr, was wirklich geschah.

Leander, er war sehr lange für mich schwer zu greifen und ich habe ihn mit einer gewissen Distanz betrachtet und wahrgenommen. Er leidet auch heute noch, verständlicherweise, an dem Geschehen, doch das spürt man mehr an dem, was er aus seinem Leben macht, als an seiner Gefühlswelt. Auch hier blieb es mir in emotionaler Sicht noch zu flach.

Nebencharaktere bleiben in der Geschichte übersichtlich, nehmen auch nur sehr selten aktiv am Geschehen teil, bzw. haben auf dieses nur wenig Einfluss. Das Hauptaugenmerk der Autorin liegt hier in erster Linie bei den Protagonisten.

Mein Fazit

Ein Jugendbuch, das sich zwischendurch wunderbar lesen lässt, allerdings noch das ein oder andere, wie z.B. das Emotionale, deutlich tiefer hätte aufgreifen können. Mir fehlte hier ein wenig das tief berührt werden und die dadurch emotionale Verbindung mit den Protagonisten. Trotzdem lässt dich das Buch leicht und flüssig lesen und da es sich um ein Jugendbuch handelt, ist es für die Zielgruppe durchaus sehr lesenswert. Allen anderen Lesern sag ich einfach mal reinschnuppern.

 

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