[Rezension] Die Namen der Toten von Sarah Bailey

Ein solides Debüt, dass mich trotz kleinerer Längen zwischendurch gut unterhalten hat.

Infos zum Buch:

Coverrechte: Penguin Verlag © Foto Silke Tellers||World of Books and Dreams

AutorIn: Sarah Bailey
Titel: Die Namen der Toten
Originaltitel: All the Lost Ones
ÜbersetzerIn: Stefan Lux
Format: Taschenbuch
Genre: Krimi
Umfang: 464 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungstermin: 09. Januar 2018
Preis Buch: 10,00 €
Preis ebook: 8,99 €
ISBN-10: 3328101748
ISBN-13: 978-3328101741
ASIN: B071CH5WXQ

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Inhalt

Als auf einem abgelegenen Parkplatz die Leiche des fünfzehnjährigen Deano Stowe gefunden wird, fühlt sich Detective Vega, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Denn vor ziemlich genau sechs Jahren wurde schon einmal eine Leiche eines Jungen auf diesem Parkplatz gefunden. Auch dieser Junge wies ähnliche Verletzungen auf wie Deano. Ist Vega damals etwas entgangen und sitzt der Falsche in Haft? Vega beginnt zu ermitteln und deckt dabei ein Netz voller Intrigen und Lügen auf und schnell wird klar, dass da noch einiges mehr dahintersteckt, als man auch nur annahm.

Meine Meinung

Bei diesem Buch war es tatsächlich als erstes der Klappentext, der mich neugierig machte und auch der Einstieg in dieses Krimidebüt gelang mir recht problemlos. Zweifelsfrei liegt das auch mit an dem sehr guten und flüssigen Schreibstil der Autorin Sarah Bailey, der es schon auf den ersten Seiten gelang, Spannung aufzubauen. Der Stil ist auf jeden Fall sehr leicht zu lesen und gut verständlich und schnell schwanden die Seiten beim Lesen.
Der Aufbau des Krimis hat mir hier ebenfalls sehr gut gefallen, während es gleich zu Beginn spannend wird, gibt es zwar auch zwischendurch ein paar ruhigere Momente und doch wollte ich permanent wissen, wie es weitergeht und wie alles zusammenhängt. Hier und da gibt es kleinere Längen, vor allem, wenn es um das Privatleben des Detective und seiner Vorgesetzten und deren komplizierte Beziehung zueinander geht und doch blieb es so interessant, das keine Langeweile aufkam. Gut gefallen hat mir der logische Aufbau der Ermittlungsarbeit, es kam mir weder überzogen vor noch wurde es mit zu vielen blutigen Details gespickt, so dass ich diesen Krimi auch Lesern empfehlen kann, die eher zart besaitet sind und trotzdem gerne spannende Lektüre lesen.
Der Fall, der auf den ersten Blick zwar berührend blieb, allein schon aufgrund des Alters des Opfers, entpuppte sich dann als wesentlich verzweigter und komplizierter und dabei ist es der Autorin sehr gut gelungen, hier auch auf den ein oder anderen gesellschaftlichen Misstand zu deuten.
Neben dem Fall und den klassischen Ermittlungsarbeiten spielt, wie schon erwähnt, auch die Beziehung zwischen Detective Vega und DI Rosen, seiner Vorgesetzten eine Rolle. Diese Beziehung ist durchaus kompliziert, allerdings bekommt man hier ein sehr klares Bild der handelnden Charaktere geliefert.
Vega ist ein Ermittler der besonderen Art, mit einer, für einen Detective sehr ungewöhnlichen Vergangenheit. Er war einst ein Priester und diente beim Militär als Seelsorger und gerade dieser soziale Aspekt lässt ihn einmal mehr menschlich wirken. Man spürte beim Lesen sehr gut, dass er ein gewisses Gespür für Menschen hat und diese ihm nicht egal sind, allerdings ist auch etwas passiert, was ihn von seinem Gottesglauben hat abweichen lassen. Doch was in seiner Vergangenheit wirklich geschehen ist, bleibt noch sehr vage, hier hält sich die Autorin auf jeden Fall noch Möglichkeiten für Fortsetzungen offen.
Neben ihm steht seine Vorgestzte DI Daria Rosen, die ich allerdings noch sehr wenig einschätzen kann. Sie bleibt für mich allerdings noch völlig undurchschaubar und so richtig einordnen kann ich sie noch nicht. Auf jeden Fall sind hier, auch in der Beziehung, noch einige Fragen offen und ich hoffe, dass sich in weiteren Bänden mehr Klarheit verschaffen lässt.
Neben diesen beiden Charakteren gibt es noch einige weitere Nebencharaktere, die hier sehr interessant dargestellt werden. Gerade diese unterstreichen aber durch ihre Vielschichtigkeit noch einmal mehr die Glaubhaftigkeit der Geschichte.

Mein Fazit

Man spürt bei diesem Debüt, dass die Autorin durchaus über ein gutes Grundwissen verfügt, denn es blieb alles in einem gut durchdachten und logisch aufgebauten Level. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig und auch wenn der Grundton eher ruhig bleibt, schafft sie es, die Spannung über weite Strecken aufrecht zu halten. Gerade zum Ende hin wird es immer spannender und je mehr Puzzleteile aufgedeckt werden, umso schrecklicher wird das Gesamtbild, das hier entworfen wurde. Ihre Charaktere wirken authentisch und vielschichtig und lassen auf eine interessante Fortsetzung hoffen. Von mir bekommt dieser Krimi eine Leseempfehlung für alle, die gerne spannende Bücher ohne bluttriefende Passagen mögen.

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